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Ein Studio so groß wie eine Fußballmannschaft
Das PAGE-Agenturporträt vom 1. Februar 2011 ist die wichtigste Quelle für Gründung, Namen und Selbstverständnis von e27.
- Zeitraum
- 2011
- Lesezeit
- 2 Min. Lesezeit
Am 1. Februar 2011 veröffentlichte PAGE ein Agenturporträt über e27. Es ist die Hauptquelle für die Gründungsgeschichte des Studios.
Danach entstand e27 1993, weil die Gründer während des Studiums an der Hochschule der Künste Berlin den Auftrag für ein Orientierungssystem erhalten hatten und jemand eine Rechnung stellen musste. Das junge Büro nutzte zunächst einen Raum in der Hochschule. Der Name geht auf die Edison-Schraubfassung E27 zurück, die die Gründer durch eine Osram-Anzeige kannten. Sie wollten sich nicht auf eine einzelne Disziplin festlegen.
Auf den Namen kamen sie über einen Umweg: Die Glühbirne von Daniel Düsentriebs Helferlein, die bei guten Einfällen aufleuchtet, führte sie zu einer Osram-Anzeige mit dem Slogan »immer gutes Licht mit e27«.
Das Studio 2011
PAGE beschrieb e27 als Berliner Kreativagentur für Marken, Print, digitale Medien und Produktdesign. Geführt wurde das Studio von den drei Partnern Tim Brauns, Hendrik Gackstatter und Fax Quintus. Insgesamt war das Team etwa so groß wie eine Fußballmannschaft: Grafiker, Produktdesigner und Webentwickler, die bewusst über die Disziplinen hinweg zusammenarbeiteten. Die Partner setzten auf lange Zusammenarbeit im Team.
Arbeitsweise
Neue Entwürfe entstehen nach ihrer Darstellung weniger aus neuen Ideen als durch Neudefinition und Umwidmung. Anregungen fanden sie auf der Straße und auf Flohmärkten, besonders in vergessenen Dingen mit interessanten Funktionsprinzipien. Am Anfang eines Projekts steht eine analytische Runde, in der geklärt wird, was ein Kunde tatsächlich braucht. Die eigentliche Gestaltung folgt erst auf ein tragfähiges Konzept.
Auch zweidimensionale Kommunikation verstanden sie als Produkt, das benutzt wird und funktionieren muss. Das gilt besonders für Erscheinungsbilder, die über Jahre begleitet werden. Ihre Corporate Designs enthalten nach eigener Aussage immer ein spielerisches Element, mit dem sich immer wieder neu arbeiten lässt.
Kunden 2011
Das Porträt nennt rund vierzig Auftraggeber, darunter die Deutsche Filmakademie und den Deutschen Filmpreis, Ziegler Film, DOMUS, Steng Licht, das Studio Daniel Libeskind, die Bundesstiftung Baukultur, die Humboldt-Universität zu Berlin, Bombardier Transportation, Estée Lauder Companies und Young & Rubicam. Gezeigt wurden unter anderem Arbeiten für Wax in the City, smart-travelling, den Bankverein Werther und Brauner Rechtsanwälte.
Offene Fragen
PAGE nennt alle drei Partner als Gründer. Das Manuskript zur Geschichte von e27 verortet den Einstieg von Hendrik Gackstatter dagegen erst 1997; beide Angaben sind offen. Der Bericht ist zudem eine Erinnerung, die achtzehn Jahre nach dem Ereignis erschien. Ohne Belege aus 1993 gelten die Einzelheiten als Aussage der Gründer. Ein Dokument von 1998 nennt zudem ein Büro “E27 umweltgestaltung” von 1996. Beide Angaben sind bis zu weiterer Klärung nebeneinander zu führen.

